Die Gastronomie in Österreich erlebt derzeit einen Wandel, der bei Gästen für Aufregung sorgt: Die neue Praxis, Gebühren für das Teilen von Gerichten zu verlangen, insbesondere für zusätzliche Teller, erregt die Gemüter. Immer mehr Restaurants berechnen bis zu acht Euro für einen leeren „Räuberteller,“ was zu heftigen Diskussionen führt. Unser Zeitalter hat die Dynamik der Gemeinschaftsverpflegung verändert, und viele Gastronomen kämpfen mit Kostendruck und sinkenden Margen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Warum dieser Trend zur Abkassierung für leere Teller?
Tempo und Preissteigerungen in der Gastronomie
Die Restaurants sehen sich vermehrt gezwungen, ihre Preise zu überprüfen. Nach der Pandemie hat sich ein neues Geschäftsmodell entwickelt. Gastronom Ernst Pühringer macht deutlich: „Es ist einfach eine Unart, die ausgeartet ist.“ Die Tendenz, für leere Teller zu bezahlen, ist vor allem bei großen Gruppen zu beobachten. Oft bestellen diese Gruppen nur eine begrenzte Anzahl an Hauptgerichten und verlangen dann zusätzliche Teller, um die Speisen zu teilen. Diese Praxis führt in vielen Fällen zu einem Umsatzverlust für die Restaurants.
Die Hintergründe der Gebühren
In Salzburg beispielsweise hat sich der Preis für einen Räuberteller inzwischen auf durchschnittlich vier Euro eingependelt, während in Linz schon zwei Euro für das Servieren auf zwei Tellern verlangt werden. Die Gastronomie reagiert damit auf die Herausforderungen, die durch gestiegene Lebensmittelpreise und den allgemeinen Kostendruck entstehen. Für Restaurants ist es unvermeidlich, neue Wege zu finden, um einen angemessenen Umsatz sicherzustellen.
Kritik und Akzeptanz der neuen Regelungen
Trotz der Unmut unter den Gästen kritisieren Gastronomievertreter, dass die Menschen oft zu bequem geworden sind, die realen Kosten von Service und Essen wertzuschätzen. „Die Dienstleistung und Leistung werden mittlerweile als selbstverständlich erachtet,“ erklärt Peter Dobcak von der Wiener Gastronomie. Damit wird ein Rahmen geschaffen, in dem nicht nur die Gebühren für leere Teller, sondern auch „No-Show-Gebühren“ für reservierte Tische, die nicht wahrgenommen werden, immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Wie reagiert man als Gast?
- Informieren: Vor dem Restaurantbesuch die Speisekarte studieren und auf Hinweise zu zusätzlichen Gebühren achten.
- Kommunizieren: Mit dem Kellner sprechen, um Missverständnisse über Gebühren zu vermeiden.
- Planen: Bei größeren Gruppen vorab prüfen, wie viele Hauptgerichte bestellt werden sollen, um überflüssige Kosten zu vermeiden.
Obwohl die Gebühren für leere Teller in der Gastronomie umstritten sind, spiegelt dieser Trend den Wandel in der Esskultur wider. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Zustand auf die Wahrnehmung von Service und vorgesehene Gastronomiepreise auswirken wird. Für viele Gäste zählt der Genuss jedoch weiterhin, trotz der zusätzlichen Gebühren.